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Steve Jobs hat Snow Leopard vor mehr als einem Jahr angekündigt, aber nie ein Wort darüber verloren, wann das Betriebssystem in die Läden kommen soll. Erst vor knapp einer Woche verdichteten sich die Gerüchte, dass es Ende August so weit sein könnte – und bereits morgen Freitag ist das Betriebssystem zu kaufen.

Damit kommt Mac OS X 10.6, der Nachfolger von Leopard, noch vor Windows 7 in die Läden. Microsofts Betriebssystem ist für Mitte Oktober angekündigt, und auch in anderen Belangen legt es Apple darauf an, dem grossen Konkurrenten Paroli zu bieten.

Beispielsweise beim Preis. Während Windows 7 in der Home Premium Edition wohl gegen 200 Franken kosten wird, ist Snow Leopard als Upgrade von der Vorgängerversion für günstige 39 Franken zu haben. Das Familien-Update mit fünf Lizenzen kostet 69 Franken, und wer Tiger zusammen mit iLive und iWork auf den neuesten Stand bringen will, stattet für 219 Franken die ganze Familie mit allen Programmen aus.

Mehr Arbeitsspeicher, weniger Festplatte

Beim Update ist darauf zu achten, dass Snow Leopard nun 1 GB Arbeitsspeicher benötigt. Beim Vorgänger waren es noch 512 MB gewesen. Die Installation benötigt 5 GB freien Festplattenspeicher. Positiv ist aber, dass Snow Leopard haushälterischer mit der Festplatte umgeht als seine Vorgänger. Durch das Update von Leopard wurden in unserem Test rund 7 GB freigeschaufelt – was Anwendern mit notorischen Platzproblemen mehr als gelegen kommt.

Vor der Installation ist eine Sicherung aller Daten angezeigt. In unserem Test waren zwei Anläufe nötig; nach dem ersten Versuch wollte das MacBook nicht mehr starten. Diese Panne dürfte ein Einzelfall sein, dennoch sind Vorsichtsmassnahmen angezeigt. Apple selbst spricht bezüglich Installation weniger von den Pannen, sondern weist lieber darauf hin, dass sich Mac-Anwender keine Gedanken darüber machen müssen, ob Sie die Home Premium-, Starter-, Business oder Ultimate Edition kaufen sollen und ob sie lieber die 32-bit- oder 64-bit-Variante möchten, wie das bei Windows 7 der Fall ist.

Von Snow Leopard gibt es nur eine Variante, und die bezeichnet Apple unbescheiden als «The world’s most advanced OS» – das fortschrittlichste Betriebssystem überhaupt. Apple hat Snow Leopard auf Leistung und auf neue Hardware getrimmt. Der Finder wurde neu geschrieben und soll robuster arbeiten. Mail, iCal, iChat und Safari liegen als 64-bit-Anwendungen vor. Apple postuliert einen Geschwindigkeitsgewinn, der spürbar, aber nicht aufsehenerregend ist. 64-bit-Anwendungen können sich sehr viel mehr Arbeitsspeicher zunutze machen als herkömmliche 32-bit-Programme.

Zweckentfremdete Grafikpower

Open CL ist ein offener Standard, der es Anwendungen erlaubt, für anspruchsvolle Anwendungen die leistungsfähigen Prozessoren moderner Grafikkarten in Anspruch zu nehmen, selbst wenn es nicht um die Grafikausgabe geht. Damit sollen sich beispielsweise wissenschaftliche Anwendungen beschleunigen lassen.

«Grand Central Dispatch» hat die Aufgabe, Computer mit mehreren Prozessorkernen auszureizen. Dieser Mechanismus verteilt die bei der Programmausführung anfallenden Aufgaben automatisch auf alle Prozessorkerne. So reagiert der Computer auch bei starker Auslastung und vielen Hintergrundaktivitäten flüssig.

Apple hat Snow Leopard auf Zukunftstauglichkeit getrimmt und alte Zöpfen abgeschnitten. Ein solcher Zopf ist Rosetta. Das ist eine «Übersetzungssoftware», mit deren Hilfe sich auf modernen Macs mit Intel-Prozessor Programme ausführen lassen, die für ältere Macs mit PowerPC-Prozessor entwickelt wurden. Rosetta wird mit Snow Leopard nicht mehr installiert. Immerhin bietet das Betriebssystem an, Rosetta bei Bedarf aus dem Internet nachzuladen. Damit lässt sich beispielsweise auch Microsoft Word 2004 mit Mac OS X 10.6 nutzen.

Auch an der Oberfläche gibt es Neuerungen, wenngleich es sich dabei nur um Detailverbesserungen handelt. Klickt man im Dock auf das Icon einer Anwendung und hält die linke Maustaste gedrückt, dann werden alle offenen Fenster dieser Anwendung via Exposé aufgefächert. Das kennt man schon für die Anwendung im Vordergrund, nun ist es über das Dock auch für Anwendungen im Hintergrund möglich.

Die Stacks funktionieren nun so, wie sich das viele schon bei Leopard gewünscht hätten. Stacks sind Ordner im Dock, die beim Anklicken «aufspringen», ihren Inhalt darbieten und beim Loslassen der Maustaste wieder verschwinden.

Leopard öffnete beim Anklicken eines Unterordners ein normales Fenster im Finder. Snow Leopard zeigt auch Unterordner als Stack. Man kann aus dem Dock durch Datenbestände navigieren, Dateien und Dokumente aufspüren, ohne den Finder bemühen zu müssen.

Bildschirmfilm ab!

QuickTime X, Apples Videoplayer, hat einen schlichteres Aussehen erhalten, und er kann auch Videos aufnehmen. Macs mit eingebauter Kamera oder Webcam zeichnen Botschaften mit Bewegtbildern auf. QuickTime versteht sich auch auf Screencasts, also auf die Aufzeichnung der Geschehnisse auf dem Bildschirm. Screencasts dokumentieren Befehlsabläufe und werden gern für Videotutorials genutzt. Fertige Filme lassen sich direkt aus QuickTime auf Youtube oder Apples eigenem Webdienst MobileMe veröffentlichen. Mail, iCal und das Adressbuch verstehen sich neu mit Microsoft Exchange, wodurch Apple-Computer sich in Unternehmen als Alternative zu Windows-PCs mit Outlook behaupten. Mail kann nun Nachrichten von einem Exchange-Konto abrufen. Die Adressbuch-Anwendung von Snow Leopard eröffnet Zugriff auf die globalen Adressbücher eines Unternehmens, und via iCal lassen sich mit Kollegen Termine abstimmen.

Trotz Apples Seitenhieben gegen Microsoft haben Snow Leopard und Windows 7 eine Gemeinsamkeit: Sie müssen sich in Bescheidenheit üben. Betriebssysteme treten in der Wahrnehmung der Nutzer in den Hintergrund. Was die Anwender heute in Atem hält, sind die neuen Funktionen in Facebook und in Google Street View. Ein gutes Betriebssystem zeichnet sich durch Stabilität, Zuverlässigkeit und Sicherheit aus – und dadurch, dass alles funktioniert wie gewohnt.

Quelle: Bazonline

Film: Snow Leopard vs. Windows 7

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